Eurythmiekleidung

Für Eurythmiekleidung wird überwiegend Seide verwendet. Einen Hinweis hierzu gibt Rudolf Steiner:


"Die Raupe löst sich ganz im Licht auf, stirbt im Licht,
wie das Insekt, das der Flamme zugeht, nur dass sie nicht zur Sonne hinaufkommt, in den Lichtstrahl selber hineingeht; aber sie spinnt ihren eigenen Körper in diese Fäden hinein und macht um sich diesen Kokon... .
Die Seidenraupe spinnt die Seide nach dem Licht."


Seide ist eine feine Faser, die aus den Cocons der Seidenraupe, der Larve des Seidenspinners, gewonnen wird. Der Maulbeer-Seidenspinner wurde in China gezüchtet und seit 5000 Jahren vom Menschen domestiziert. Die domestizierte Form kann ohne den Menschen nicht leben. In Indien leben aber auch wilde Maulbeer-Seidenspinner.
Durch die Verbreitung der Seidenherstellung  wurde er auch außerhalb seines ursprünglichen Lebensraumes verbreitet, unter anderem in Südeuropa.



Wir empfehlen folgende Bio-Seiden:


1. Crêpe de Chine aus

Seide aus einem biologisch-dynamischen Anbauprojekt (SABA) in Sìchuān /China. Es liegt östlich des tibetischen Hochplateaus am Oberlauf des Jangtsekiang (長江/长江). Der biologisch-dynamische Anbau der Maulbeersträucher erfolgt in nachhaltiger Mischkultur mit Obst- und anderen Bäumen auf 500m Höhe. Diese Seide wir nach den strengsten Naturtextil-Standard hergestellt und fair gehandelt. Der Cocon der Raupe besteht aus einem einzelnen, langen Faden. Für ein Eurythmiekleid werden hunderte von Cocons benötigt. Die Endlos-Fasern des Cocon werden zu Garn getwistet zur sogenannten Haspelseide. Diese wird in Taftbindung gewoben und ergeben ein leicht strukturiertes, fliessendes Crêpe de Chine.


2. Seiden-Satin aus


Eine biologisch angebaute Seide aus Jharkhand/Indien. Die Nahrung der Maulbeer-Spinnerraupen sind Maulbeerblätter von biologisch gepflegten Plantagen bzw. Wildsammlung. Die fertig gesponnenen Cocons werden mit einem kleinen Schnitt versehen. Der Falter „entdeckt“ das für ihn geschaffene Loch und entschlüpft, ohne den Cocon weiter zu beschädigen. Die Seidenraupen vollenden ihre Verwandlung zum Falter. Die kurzen Seidenfasern werden von leeren Cocons abgehaspelt, versponnen und zu einem leicht glänzenden Seiden-Satin verwebt.



Beide Seiden im Vergleich:


Bio-Dyn.-Seide Crepe de Chine 

  • Raupe/Falter: Maulbeerseidenspinner domestiziert
  • Nahrung: Biologisch-dynamisch Maulbeerblätter
  • Entwicklung: Im Puppenstadium wird der Kokon mit Heißluft getrocknet
  • Endlos-Fasern werden zu Garn getwistet (Haspelseide)
  • Webart: Taftbindung [Leinwandbindung] - Crepe de Chine
  • Stoffstruktur: leicht strukturiert

Bio-Seiden-Satin aus Jharkhand/Indien

  • Raupe/Falter: Maulbeerseidenspinner halb-domestiziert
  • Nahrung: Maulbeerblätter von biologisch gepflegten Sträuchern bzw. Wildsammlung
  • Entwicklung: Raupe kann sich zum Falter verwandeln (Ahimsa-Qualität)
  • Kurze Fasern werden zu Spinnseide verarbeitet.
  • Webart: Atlasbindung [Satin]
  • Stoffstruktur: glatter als Crepe de Chine, leicht glänzend, fliessend

3. Pima-Cotton als vegane Alternative zu Seide



Pima-Baumwolle
aus biologischem Anbau in Atlasbindung zu Satin verwebt. Pima ist eine Name, den die Spanier einigen Indianerstämme Nordamerikas und Mexikos gaben. Das wichtigste Qualitätskriterium von Baumwolle ist die Faserlänge. Wie bei allen natürlichen Fasern gilt, je länger und glatter die Faser, desto weicher der Griff. Die bis zu doppelt so langen Fasern der Pima-Baumwolle und der Feinheitsgrad der Faser gegenüber der normalen Baumwolle ergeben ein weiches und glattes Garn. Das Satin-Gewebe weist einen edlen Schimmer auf und fühlt sich spürbar angenehm auf der Haut an. Deshalb wird Pima-Baumwolle auch als "vegane Seide" bezeichnet. Pima-Cotton-Satin ist bei 60° waschbar.

Vergleich Pima-Baumwolle vs. Seide

Vorteile von Seide
  • angenehmer Tragekomfort: leicht und luftig auf der Haut
  • Thermik: Seide kühlt an warmen Tagen und wärmt bei kühlerem Klima (isolierende Wirkung)
  • Haptik: sehr fein und weich
  • anti-allergene Naturfaser (ähnlich der menschlichen Haut)
  • schön fürs Auge durch ihren natürlichen Seidenglanz

Pflegehinweise Seide

  • Handwäsche 30 Grad (handwarm)
  • Bio-Seidenwaschmittel verwenden
  • Seidenkleidung nass aufhängen oder frottieren
  • Gefärbe Seide nicht im direkten Sonnenlicht trocknen
  • Bügeln mit mittlerer Temperatur
  • Nicht mit Wasser einsprühen
  • Kleidungsstück vor Schweißkontakt schützen

Bei Bedarf können wir Sie in Bezug auf Eurythmiebekleidung beraten - Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf: info@eurythmie.org bzw. 0721-6607949, Dietmar Ziegler

links

Interview zur Situation des Seidenanbaus in Indien mit Kusuma Rajaiah
Vergleich Pima-Baumwolle vs. Seide

Peruvian Connection